ABGESAGT: „Leyla ist nicht illegal!“ – Kundgebung anlässlich des Strafverfahrens gegen Leyla

+++ ABGESAGT: Kundgebung „Leyla ist nicht illegal“ am 15.12.2021 +++

Update:
Liebe alle, heute wurde die Gerichtsverhandlung gegen Leyla wegen des Vorwurfs des illegalen Aufenthalts sehr spontan abgesagt. Das Gericht nennt als Grund, dass es seitens der bayrischen Behörden „Bewegung“ in dem Fall gäbe. Noch liegt es uns zwar nicht schriftlich vor, aber es könnte sein, dass Leyla & Meryem nach Jahrzehnten in Deutschland eine Duldung erhalten werden. Wir betrachten das als Teilerfolg! Wir informieren euch, sobald dies bestätigt ist und es Neuigkeiten dazu gibt.

Wir haben uns deshalb entschlossen, auch den morgigen Kundgebungstermin abzusagen bzw. zu verschieben. Dennoch: wir werden nicht nachgeben bis es eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in Kassel für Leyla & Meryem gibt.
Wir kommen wieder: Ihr hört von uns, wenn ein neuer Termin und Ort für die Kundgebung feststeht: bessere Uhrzeit, zentralerer Ort.

Leyla & Meryem bleiben!

+++ Kundgebung vor dem Amtsgericht Kassel, Frankfurter Str. 9 +++
+++ 15. Dezember 2021 ab 8:45 Uhr +++

Die letzten Monate waren für Leyla und ihre Mutter Meryem Lacin geprägt von ihrem Kampf um Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis. Nun hat die Staatsanwaltschaft Kassel Leyla angeklagt, weil sie sich illegal in Deutschland aufgehalten haben soll. Deshalb muss Leyla am 15.12. um 9 Uhr vor Gericht erscheinen.

Seit Jahren bemühen sich Leyla und Meryem um eine Möglichkeit, langfristig in Deutschland bleiben zu können. Und seit Jahren haben sich die Behörden dagegen gewehrt, den beiden Frauen eine langfristige Perspektive in Deutschland zu geben. Vielmehr wird ihr Leben in Deutschland durch das Handeln der Behörden fortlaufend illegalisiert. Leyla und Meryem sind vor 30 Jahren als politisch verfolgte Kurdinnen aus der Türkei nach Deutschland geflohen. Seit 10 Jahren leben sie in Kassel. Leyla hat seitdem gearbeitet, um den Lebensunterhalt der beiden zu sichern. Ihre gesellschaftlich wichtige Arbeit als Assistenzkraft in der Pflege musste sie Mitte diesen Jahres aufgeben, weil das Zollamt ihren Arbeitgeber unter Druck gesetzt hat.

Anstatt schnellstmöglich eine humane Lösung für beide herbeizuführen, hat das Regierungspräsidium Kassel sogar zwischenzeitlich eine Abschiebung vorbereitet. Als wäre eine Abschiebung in die Türkei, die weiterhin Kurd*innen verfolgt, nicht schon schlimm genug, so hätte diese auch für beide lebensbedrohliche Folgen wie nun ein Gesundheitsgutachten festgestellt hat. Die Beharrlichkeit, mit der die Kasseler Behörden unsere Freundinnen unter Druck setzen, ist skandalös. Das einzige Ziel scheint zu sein, ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen und sie jetzt möglichst schnell abzuschieben.

Wir wollen Leyla am 15.12. mit einer Kundgebung vor dem Gericht in der Frankfurter Straße in dem Verfahren gegen sie unterstützen. Wir fordern nach wie vor: Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Leyla und Meryem in Kassel. Diese hätte schon vor 30 Jahren erteilt werden sollen. Dass Leyla nun wegen illegalen Aufenthalts angeklagt wird, ist ein Skandal!

Kommt zahlreich um 8:45 Uhr zum Amtsgericht! Es wird warmen Tee und Kaffee geben. Wir werden Leyla unterstützen, wenn sie ins Gericht gehen muss und dort bleiben, bis der Prozesstag vorbei ist.

Für uns selbstverständlich:
Bitte haltet Abstand (1,5m) und tragt eure medizinische Maske. Die Veranstaltung findet im Außenraum statt (3G – Geimpft / Getestet / Genesen).

Fragen? Schreibt an die Initiative Leyla & Meryem bleiben!

Weitere Infos:
Facebook-Event
Petition (4.322 Unterzeichner*innen fordern ein Bleiberecht und eine Arbeitserlaubnis)
Pressespiegel
Chronologie des Falls